Gruselig gut: Berufliche Schulen Wolfach gestalten Halloween-Plakate mit Künstlicher Intelligenz
Ein schauriges Selbstporträt vor grüner Wand, ein paar gut formulierte Anweisungen an den Computer, und fertig ist das Halloween-Plakat? Ganz so einfach war es nicht. Die Klasse BK1T der Beruflichen Schulen Wolfach unter der Leitung von ihrem Lehrer Jochen Kreß hat sich im Informatikunterricht auf ein ungewöhnliches Projekt eingelassen: Rund um das Thema Künstliche Intelligenz entstanden gruselige Plakate zu Halloween, bei denen die Schülerinnen und Schüler Fotograf, Model und Regisseur zugleich waren.
Am Anfang stand echte Handarbeit. Jeder Schüler und jede Schülerin erstellte zunächst ein eigenes Fotomotiv vor einem Greenscreen. Diese Technik, die auch beim Film und im Fernsehen eingesetzt wird, macht es möglich, den Hintergrund eines Bildes später beliebig auszutauschen. So entstanden die Grundlagen für die späteren Gruselszenen.
Im zweiten Schritt kam die Künstliche Intelligenz ins Spiel. Das selbst erstellte Foto sollte zusammen mit dem Schullogo und einem vorgegebenen Text zu einem Halloween-Plakat verarbeitet werden. Dafür formulierten die Jugendlichen eigene Prompts, also die Arbeitsanweisungen, mit denen man einer KI mitteilt, was sie erzeugen soll. Mit verschiedenen KI-Modellen generierten sie anschließend ihre Plakate und verfeinerten die Ergebnisse Schritt für Schritt. Einige gingen noch einen Schritt weiter und ließen sich bereits beim Formulieren ihrer Prompts von KI-Werkzeugen unterstützen. Zum Abschluss wurden die fertigen Plakate ausgedruckt.
Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Die Plakate sind ansprechend gestaltet und versprühen echte Halloween-Stimmung. Eine Beobachtung machte das Projekt aber besonders interessant: Obwohl jeder mit seinem eigenen Foto und eigenen Anweisungen gearbeitet hatte, sehen sich die Ergebnisse sehr ähnlich. Damit wirft das Projekt ganz nebenbei eine Frage auf, die weit über Halloween hinausreicht: Wie viel Eigenes steckt in einem Bild, wenn die KI mitgestaltet?
Gerade das macht den Unterricht wertvoll. Die Schülerinnen und Schüler haben nicht nur gelernt, wie man mit KI-Werkzeugen arbeitet, sondern auch erlebt, wo deren Grenzen liegen. Ein kritischer und zugleich kreativer Umgang mit neuen Technologien ist eine Fähigkeit, die in Ausbildung und Beruf immer wichtiger wird.
Die Plakate sind aktuell in der Schule ausgestellt.
