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Wolfacher Berufsschüler möchte „Clevere Unterstützung durch Roboter“

Bei der Automatisierung eines Prozesses in der metallverarbeitenden Industrie werden heutzutage immer mehr Roboter eingesetzt.

Roboterzelle mit welcher das Projekt verwirklicht wird. (Bild: Tino Möschle)

Bei großen Anlagen mit hohen Stückzahlen und einem geregelten Ablauf lohnt sich die Investition in eine automatisierte Anlage. Prozesse mit geringen Stückzahlen sind meist nicht automatisiert, da sich hier die Kosten nicht decken würden. Soweit die Zusammenfassung eines derzeit laufenden Jugend-forscht-Projekts eines jungen Mannes aus unserer Region.
Damit sich auch solche kleineren Prozesse rechnerisch lohnen, möchte Tino Möschle, Auszubildender zum Industriemechaniker bei der Firma WTO und Berufsschüler an der Beruflichen Schulen Wolfach eine Erweiterungssoftware für einen Roboter programmieren, mit der die Programmierung schnell und einfach möglich sein soll. Durch die schnellere Programmierung sollen auch kleine Prozesse rechnerisch lohnenswert werden – die Unterstützung durch Roboter soll „cleverer“ funktionieren, wie der Titel des Projektportfolios verrät.
Im Rahmen der Ausbildung zum Industriemechaniker bei der Firma WTO, die Präzisionswerkzeughalter für Drehzentren herstellt, sind CNC-gesteuerte Maschinen ein großes Thema. Ihm ist aufgefallen, dass es den Herstellern der Anlagen nicht nur darum geht, die Maschinen mit neuen Funktionen auszustatten, sondern es als genauso wichtig angesehen wird, die vorhandenen Elemente zu vereinfachen und zu optimieren. Im Vergleich zur Massenproduktion sei die Endmontage von Bauteilen mit geringen Stückzahlen oftmals wenig automatisiert.
Bei diesem Gegensatz stellt sich die Frage: Werden in der Montage keine Maschinen eingesetzt, weil diese technisch nicht in der Lage sind diese Arbeit auszuführen, oder sind Aufwand und Kosten zu hoch im Verhältnis zum Nutzen?
Durch erste Recherche und einen genauen Blick auf den Stand der Technologie kam er zu dem Schluss, dass sowohl die eingesetzte Technik, als auch die dafür entstehenden Kosten eine entscheidende Rolle spielen. Die Technik sei bereits so weit, dass man einen automatisierten Prozess erstellen könne, jedoch sei der Einsatz dieser Technik noch sehr zeitaufwändig und kostenintensiv. Des Weiteren sei im Gegensatz zur Bedienung einer CNC-Maschine jegliche Anwendung dieser Art noch nicht “leicht” umzusetzen, wodurch sich die Kosten im Verhältnis zum Nutzen nicht deckten.
Dabei fallen laut Möschles Projektportfolio drei Aspekte negativ ins Gewicht: Der große Zeitaufwand durch aufwändige Roboterprogrammierung, der Bedarf an speziell geschultem Personal, welches die Programmierung beherrschen muss sowie die sinnvolle Koordination vieler verschiedener Komponenten, welche gut zusammenarbeiten müssen. Das Ziel der Projektarbeit, die beim Jugend-forscht-Wettbewerb 2020 vorgestellt werden soll, ist daher die Programmierung einer Software, welche durch spezialisierte Funktionen die vorhandene Software erweitert und durch die Nutzung neuester Sensortechnik eine schnellere und einfachere Programmierung eines Roboters ermöglicht.

Die vorgestellte Forschungsarbeit zeigt eindrücklich, dass die Entwicklung zur „Industrie 4.0“ auch vor unserer regionalen Industrie nicht Halt macht. Innovative, modern und spezialisiert ausgebildete Fachkräfte haben auf dem sich ständig wandelnden Markt die Nase vorne. Daher ist es den Beruflichen Schulen Wolfach besonders wichtig, in enger Zusammenarbeit mit der ansässigen Industrie den schulischen Teil der Berufsausbildung im Fachbereich Metalltechnik ständig zu aktualisieren und ihren Schülern eine Ausbildung mit auf den Weg zu geben, die ihnen eine erfolgreiche berufliche Zukunft eröffnet. Auf besonders begabte und motivierte Schüler wie Tino Möschle ist die Schule dabei selbstverständlich besonders stolz und drückt für den weiteren Projektverlauf alle Daumen.

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