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Onlineunterricht in den einzelnen Fächern an den Beruflichen Schulen Wolfach

Nachdem im Ortenaukreis die Inzidenzen sinken hoffen Schüler wie Lehrer auf mehr Präsenzunterricht nach Pfingsten. Gerade mit dieser Aussicht stellt sich die Frage, was in den digitalen Klassenzimmern in den letzten Monaten gelernt wurde und worauf die Schülerinnen und Schüler nun als online erworbenes Wissen zurückgreifen können. Die Beruflichen Schulen Wolfach geben Einblick in ihre digitalen Unterrichtskonzepte:

An der CNC-Maschine wurde eine Digitalkamera eingebaut, die die Vorgänge auf einen Bildschirm überträgt, so dass die Schüler den nötigen Abstand wahren können. (Foto: Bernhard Leopold)

Landläufig wird angenommen, dass es Fächer gibt, die sich online besser unterrichten lassen als andere. Dabei bietet jeder Bereich spezielle Herausforderungen. Sprachliche Fächer müssen beispielsweise sicherstellen, dass das Sprechen und Hören als zentrale Kompetenzen nicht zu kurz kommen. Dies wurde an den Berufliche Schulen Wolfach durch Webkonferenzen mit Big Blue Button und das Einstellen von Hörtexten mit Aufgabenblättern in die Lernplattform Moodle erreicht. Um einen Anreiz zu schaffen eigenen sich praxisnahe Aufgaben. Exemplarisch dafür ist ein Projekt aus dem Spanischunterricht, in dem die Schülerinnen und Schüler des Beruflichen Gymnasiums mit realen Wetterdaten von verschiedenen Städten weltweit versorgt wurden. Ihre Aufgabe war es nun, daraus Wettervorhersagen zu erstellen, diese als Audiodatei aufzunehmen und die Ergebnisse untereinander auszutauschen, wobei es beim Hören wieder spezielle Aufgaben zu erfüllen gab, die das Verständnis abprüften.

Im Fach Deutsch wurde das Lesen von Pflichtlektüren mit E-Books und Filmsequenzen unterstützt, die sich digital sehr gut zuschalten lassen. Dass der Unterricht nach Stundenplan und per Webkonferenz mit entsprechender Anwesenheitskontrolle stattfand war in allen Fächern ohnehin die Regel.

Der Englischunterricht fand für die Abiturienten teilweise in kleinen Gruppen statt, in denen sie die notwenigen Qualifikationen für den mündlichen Teil des Abiturs durch simulierte Prüfungssituationen üben konnten, während der Rest der Klasse die entsprechenden Aufgaben vorbereitete.

In den Naturwissenschaften wurden neue Lerntools ausprobiert und so die Vermittlung des Stoffs möglichst optimiert. Dabei wurden beispielsweise in Mathematik eigens Erklärvideos erstellt, um den Schülerinnen und Schülern den Lösungsweg von Aufgaben zu verdeutlichen. Dies ermöglichte auch, sich die Aufgaben nach dem Unterricht nochmals in Ruhe anzusehen und gegebenenfalls in der nächsten Unterrichtsstunde gezielt Fragen zu unklaren Punkten zu stellen. Physik fand ebenfalls interaktiv statt, indem sich Schülerinnen und Schüler zuschalten und für alles sichtbar selbst Aufgaben lösen konnten.

Ein Großteil der unterrichteten Fächer an den Beruflichen Schulen Wolfach sind stark praxisbezogen. Daher wurden die Werkstätten auch möglichst früh mit
Abstandsgeboten wieder geöffnet. Allerdings erwies es sich als schwierig, beispielsweise den Arbeitsgang einer CNC-Maschine in einem kleinen Sichtfenster zu verfolgen und dabei die notwendigen Mindestabstände einzuhalten. Der betreffende Fachlehrer löste dieses Problem durch den Einbau einer Digitalkamera, die die Vorgänge in einer CNC-Maschine auf einen Bildschirm überträgt, so dass die Schüler den nötigen Abstand wahren können. Auch das Einstellen der Kurzfilme bei Moodle wurde dadurch ermöglicht.

Im Pflegebereich wurden beispielsweise Arbeitsgänge wie das Baden eines Säuglings auf einer Bilderserie mit erklärenden Texten ansprechend dargestellt. Die Lernenden konnten sich die einzelnen Arbeitsschritte so theoretisch aneignen und das praktische Tun nach der Öffnung wurde dadurch vereinfacht.

Bleibt als letzter Punkt der Sportunterricht, der für die meisten als Onlineveranstaltung mit Spaßfaktor kaum vorstellbar ist. Doch auch hier wurde der Unterricht durch Ideen und technische Hilfsmittel schülergerecht aufbereitet. Nach einer theoretischen Auseinandersetzung mit der motorischen Fähigkeit Kraft und den verschiedenen Arten von Krafttraining setzten die Schülerinnen und Schüler ihr Wissen in die Praxis um und erstellten eigenständig Workouts zu verschiedenen Muskelgruppen. Diese wurden nur für die Klassenkameraden als Bildanleitung oder Kurzvideo bereitgestellt. Durch die verschiedenen Schwerpunkte konnten so gezielt alle Muskelgruppen des Körpers trainiert werden. Der Spaßfaktor kam hierbei nicht zu kurz und die Workouts konnten später auch selbstständig als Ausgleich in der eher aktivitätsarmen Pandemiezeit durchgeführt werden.

Im Mittelstufenbereich wurde mit der App „TeamFit“ gearbeitet die es ermöglicht, beim Sporttreiben Punkte zu sammeln. Hierbei kommen bei angeleiteten Workouts die Punkte automatisch in den eigenen Punktepool. Ein Wettstreit zwischen den einzelnen Klassen ist dabei selbstverständlich und nach den Pfingstferien wird die Siegerehrung dann hoffentlich wieder im Präsenzunterricht stattfinden können.
 

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