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Presse

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Nach der Ausbildung fit fürs Studium nach nur einem Jahr an den BS Wolfach

Das einjährige Berufskolleg zum Erwerb der Fachhochschulreife, kurz 1BKFH, ist eine landläufig nicht ganz so bekannte Schulart, hat es aber in sich: Auf dem Zweiten Bildungsweg können junge Erwachsene hier innerhalb von nur einem Jahr die Fachhochschulreife erlangen und sich damit nach Mittlerer Reife und abgeschlossener Berufsausbildung für ein Fachhochschulstudium qualifizieren. An den Beruflichen Schulen Wolfach wird das 1BKFH in den beiden Profilen Technik und Wirtschaft angeboten. Am Samstag, dem 24.02.2018 zwischen 10.00 und 11.30 Uhr findet an der Schule eine Informationsveranstaltung für alle Interessierten statt. Eine Anmeldung ist erwünscht, aber nicht erforderlich.

Ivo Reinberger

Andreas Jilg

Die Schülerinnen und Schüler des 1BKFH teilen den Ehrgeiz, nach der Ausbildung noch mehr zu erreichen, könnten aber ansonsten oft unterschiedlicher nicht sein. Kathrin Haberer von den BS Wolfach hat zwei Ehemalige zu ihrem weiteren Werdegang interviewt. Beide lernten den Schulstandort Wolfach bereits während ihrer Ausbildung kennen, in der sie hier die Berufsschule besuchten.

Ivo Reinberger schloss nach Mittlerem Bildungsabschluss in Wolfach zunächst seine Ausbildung zum Industriemechaniker bei der Firma Benz GmbH Werkzeugsysteme in Haslach ab und blieb seinem Ausbildungsbetrieb auch nach dem Berufskolleg Fachhochschulreife treu, welches er im Profil Technik absolvierte. Nach erfolgreicher Fachhochschulreife qualifizierte er sich weiter zum Ausbilder, übernahm nach nur einem Vierteljahr die Tätigkeit des Ausbildungsleiters im Betrieb und legte anschließend den Meister im Handwerk Feinwerkmechanik ab.

Andreas Jilg schloss seine Ausbildung zum Industriemechaniker bei der Firma Neumayer Tekfor GmbH ab und begann nach verkürzter Ausbildungszeit das 1BKFH Technik an den BS Wolfach. Das anschließende Maschinenbaustudium unterstützte sein Ausbildungsbetrieb mit einem Stipendium. Auf eine halbjährige Anstellung als Produktingenieur folgte das Masterstudium mit Tätigkeit als Werkstudent bei der Sick AG in Waldkirch. Währenddessen absolvierte er halbjährige Praxisphasen beim Kernforschungszentrum CERN in Genf, beim Automobilzulieferer LuK in Bühl und beim Medizintechnikunternehmen Stryker in Freiburg und startete direkt nach dem Master seine Forschungsarbeiten im Bereich der Materialmodellierung an der Hochschule Offenburg. Andreas Jilg ist außerdem Doktorand an der Universität Magdeburg und befindet sich aktuell in der Endphase seiner Promotion.

H: Wie kamen Sie auf die Idee, das BKFH zu absolvieren? Haben sich Ihre Erwartungen erfüllt?

J: Ich habe in meiner Ausbildung bereits früh bemerkt, dass ich mehr über die theoretischen Grundlagen erfahren möchte und mir die fachliche Tiefe nicht ausreicht. Das BKFH war die beste und schnellste Möglichkeit, meine Kenntnisse in meinem Interessenfächern zu vertiefen.

R: Ich wollte mich in diesem Zeitraum weiterbilden, um danach evtl. ein Studium zu absolvieren. Meine Erwartungen an das BKFH haben sich zur vollsten Zufriedenheit erfüllt.

H: Fiel Ihnen der Schritt aus dem Berufsleben zurück in die Vollzeitschule schwer?

R: Am Anfang war es etwas schwerer als gedacht, da man, trotz der kurzen Zeit, in der ich die Schulbank nicht drückte, nicht gewohnt war, den ganzen Tag zu sitzen. Doch dies legte sich nach einiger Zeit.

J: Da ich das BKFH fast direkt an meine Lehre anschloss und nebenher noch auf 400 € Basis bei meinem Ausbildungsbetrieb arbeitete, ergaben sich für mich keine Schwierigkeiten.

H: Würden Sie das BKFH weiterempfehlen?

J: Ja, definitiv. Es ist ein sehr intensives Jahr und eröffnet eine vollkommen neue Welt. Es ist über alle Fächer verteilt ein Quantensprung von der mittleren Schulbildung zu dem erstrebten Abschluss und das in sehr kurzer Zeit. Zudem lassen die Schüler mit ihren individuellen Lebenswegen und unterschiedlichsten Erfahrungen das Schulleben nie langweilig werden.

R: Ja, auch ich würde das BKFH weiterempfehlen, da es mich meiner Meinung nach auf ein Studium gut vorbereitet hätte und mir auch in meinem jetzigen Beruf und für die Weiterbildung zum Handwerksmeister immens geholfen hat.

H: Was zeichnet Ihrer Ansicht nach den Schulstandort Wolfach aus?

R: Die gut geschulten technischen Lehrer am Schulstandort Wolfach.

J: Es ist außerdem ein sehr schöner ländlicher Standort mit einer beeindruckenden Wirtschaftsstärke. Viele erfolgreiche und weltweit agierende Firmen haben sich in nächster Nähe niedergelassen. Sogar das renommierte mathematische Institut befindet sich in Oberwolfach. Zu meiner Zeit hat sich dessen Institutsleiter mit Begeisterung bereit erklärt, uns Schülern die Welt der höheren Mathematik näher zu bringen.

H: Wie beurteilen Sie die Profilorientierung des BKFH, hat Ihnen der gewählte Profilbereich konkret etwas gebracht?

J: Ich wählte den Profilbereich Technik und halte ihn für sehr sinnvoll. Es werden die wichtigsten Punkte in diesem Bereich gründlich behandelt, ohne dass man sich zu sehr in nur eine Richtung spezialisiert. Der breitgefächerte Abschluss öffnet viele Türen.

R: Ja, das stimmt. Der Profilbereich Technik hat mich persönlich besonders in der technischen Physik weitergebracht und gefordert.

H: Erinnern Sie sich an ein besonderes Ereignis aus Ihrer Zeit am BKFH?

J: Der Zusammenhalt in der Klasse war besonders: eine bunt gemischte Gruppe, mit der man viel Spaß haben konnte. Wir haben öfter außerhalb der Schule Dinge unternommen und zum Beispiel mit einer eigenen Handballmannschaft an einem örtlichen Turnier teilgenommen.

R: Mir ist vor allem unser Mathematiklehrer mit seinem anfangs gewöhnungsbedürftigen Auftreten in Erinnerung – letztendlich war er aber der beste Mathelehrer, den wir hätten haben können.

H: Hat der Erwerb der Fachhochschulreife auf dem Zweiten Bildungsweg Ihrer Meinung nach Vorteile gegenüber der „klassischen“ Schullaufbahn?

R: Ja, da man meiner Meinung nach die Theorie gut mit der erlernten Praxis verbinden kann und schon einmal in einem Unternehmen praktische Erfahrungen gesammelt hat.

J: Ich denke, dass man auf dem Zweiten Bildungsweg mehr Erfahrungen macht und diese mit den anderen Schülern hervorragend austauschen kann. Speziell in meinem Fall hatte es große Vorteile, dass ich bereits vor dem Studium wusste, wie Produktionsmaschinen funktionieren und worauf es bei ihrer Bedienung ankommt. Zudem macht dieser Weg finanziell unabhängiger und hilft auch generell dabei, eigenständiger zu werden.

H: Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit für unser Interview genommen haben. Es ist für uns als Schule immer spannend, wenn wir erfahren, wie die Lebenswege unserer Schülerinnen und Schüler „draußen“ weitergehen. Besonders freuen wir uns natürlich, wenn wie bei Ihnen Beiden die Schulbildung dazu beitragen kann, dass Sie Ihre Pläne verwirklichen und sich einen so erfolgreichen und hoffentlich befriedigenden weiteren Werdegang erarbeiten. Da hat sich das zusätzliche Jahr auf der Schulbank doch auf jeden Fall bezahlt gemacht. Wir wünschen Ihnen weiterhin alles Gute und dass Sie auch zukünftig Ihre Ziele erreichen!

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